Was sind eigentlich Cookies?

2006-05-17-cookies.gifEine oft gestellte Frage: Was sind eigentlich diese Cookies? Muss ich die annehmen? Sind die gefährlich?
Eine ganz eindeutige Antwort läßt sich - wie so oft - nur schwer geben, deswegen hier einige Erklärungen.

Zuerst einmal die technische Information:
Ein Cookie ist ein kleines bisschen Text, das von der Internetseite, die ich gerade besuche auf meinem Rechner gespeichert wird und von dieser Internetseite (und auch nur von der) später wieder gelessen werden kann.

Warum braucht man Cookies?
Eine Internetseite kann - etwas vereinfacht gesagt - nicht merken, dass ich als Besucher eine halbe Minute vorher schon da war. Selbst wenn ich auf der Startseite eines Internetangebotes auf einen Link klicke, kann die zweite Seite nicht bestimmen, dass ich der gleiche Besucher bin und gerade von der Startseite komme.
Manchmal gibt es nun aber Websites, die den Besucher genau identifizieren müssen, sonst könnte man zB keinen Onlie-Shop betreiben. Die Internetseite hätte sofort “vergessen”, was ich gerade in den Warenkorb gelegt habe, wenn ich mir das nächste Produkt ansehe.
Auch alle Websites, bei denen man sich anmelden muß - eMail-Dienste, Foren oder auch online-Banking wären nicht möglich.

Sind Cookies gefährlich? Können Sie Viren enthalten?
Nein, sie können keine Viren enthalten. Es sind kleine Textschnipsel, die - wie der Fachman sagt “keinerlei ausführbaren Programm- oder Scriptcode enthalten”.
Außerdem kann nur der Server, der das Cookie “gesetzt” - also geschrieben hat, das Cookie auch wieder lesen.

Also kann ich alle Cookies annehmen?
Im Prinzip ja.
Oder aber auch: Im Prinzip nein.

Aber warum? Warum haben Cookies so einen schlechten Ruf?
Cookies haben einen schlechten Ruf, weil sie manchmal für datenschutzrechtlich bedenkliche Aktionen ge- oder missbraucht werden.
Die Anzeigen, die uns alle im Internet begleiten werden zum Beispiel von einigen wenigen Anbietern bereitgestellt. Wenn man jetzt eine Stunde durch das Internet surft, bekommt man - wir nehmen mal einen Extremfall an - eine Stunde lang vom gleichen Anbieter Werbung eingeblendet.
Eine Website muss nicht nur von einem Server kommen, sondern kann auch Elemente - zB Werbung - von einem anderen Server einblenden.
In unserem Beispielfall habe ich also permanent einen Server mit im Gepäck, der die Anzeigen einblendet und der mir Cookies setzen und lesen kann, obwohl ich ja eigentlich auf verschiedenen Websites unterwegs bin.
Dieser Server kann dann genau aufzeichnen, was ich mir im Internet ansehe und so auf Dauer ein recht präzises Benutzerprofil erstellen.

Und? Warum soll niemand sehen, wo ich surfe?
Das ist Geschmackssache. Unter Datenschutzgesichtspunkten ist das bedenklich. Im Endeffekt muss das aber jeder für sich entscheiden.

2006-05-17-cookies2.gifAber wenn ich Cookies abschalte, kann ich manche Seiten nicht benutzen?
Deswegen muß man - wenn man sehr ordentlich sein will - für jede Website Cookies einzeln erlauben. Die modernen Browser lassen sich so einstellen, dass man bei jedem Cookie erst gefragt wird.
Damit das nicht zu nervig wird, kann man dann bestimmen, ob man in Zukunft Cookies von diesem Server erlauben will. So hat man, wenn man beginnt, so vorzugehen, am Anfang viel zu tun und danach im Laufe der Zeit immer weniger, da sich die Regelliste, die der Browser im Hintergrund führt ja immer weiter fortschreibt. Im Firefox kann man diese Liste unter Extras - Einstellungen - Datenschutz - Cookies - Ausnahmen einsehen und auch bearbeiten.

Und wie unterscheide ich “gute” und “böse” Cookies?
Man muss prüfen, ob man die Cookie-Anfrage von der Website bekommt, die man gerade besucht, oder von einem Server, der gar nicht oben in der Adresszeile steht.

Im allgemeinen kann man so vorgehen:
Man besucht www.tolleseite.de*, um dort einzukaufen und weiss, dass man dort Cookies annehmen muss.
Die erste Cookie-Anfrage kommt von www.tolleseite.de - die kann und muß man annehmen.
Dabei setzt man das Häkchen bei “alle Cookies dieser Domain annehmen”, damit man nicht ständig weitere Fragen bekommt.

Die zweite Nachfrage kommt von www.anzeigenserver.de* - das kann man ablehnen, weil der Anzeigenserver nichts mit dem Shop zu tun hat, den man besucht. Auch hier kann man getrost die Regel für alle Cookies in Zukunft setzen.

Die dritte Anfrage kommt von shop.tolleseite.de - die sollte man dann wieder annehmen, die vierte von www.werbeserver.de* - die kann man ablehnen.

Und was sind Sessioncookies?
Cookies haben eine begrenzte Lebensdauer - nach Ablauf dieser Lebensdauer werden sie vom Browser automatisch gelöscht.
Diese Lebensdauer wird aber von demjenigen festgelegt, der die Website programmiert - die Cookies von Anzeigenanbietern haben meist eine lange Lebensdauer, andere eine kürzere.
Einen Sonderfall bilden die sog. Sessioncookies.
Sessioncookies werden automatisch gelöscht, wenn der Browser geschlossen wird.
Wenn man also nicht den oben beschriebenen Aufwand betreiben will, kann man generell Sessioncookies erlauben und andere verbieten - das sollte in den meisten Fällen funktionieren.

*) Beispielname. Der Name und die Beschreibung hat nichts mit evtl. existierenden Websites zu tun.

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17. Mai 2006 · Kategorie Was ist eigentlich...? ·



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