www, eMail, Chat, … - die Dienste im Internet
Meist sagt man heute, man benutzt das Internet.
Und meint, dass man das www, das World Wide Web benutzt. Vielleicht schreibt man noch eine eMail oder chattet kurz mit einem Bekannten - aber die wenigsten wissen noch, dass das “Internet” nur das übergeordnete Netzwerk ist, in dem man einzelnen Dienste nutzen kann.
Welche Dienste es gibt und welche es gab, welche man kennen sollte, und welche vor uns heute normalerweise versteckt werden - darum geht es hier.
Internet
Das Internet ist quasi der Rahmen.
So wie wir es heute kennen gibt es das Netzwerk “Internet” mit wenigen Änderungen seit 30 Jahren. Es ist in dieser Zeit gewachsen - es sind immer mehr Server und Verbindungen dazugekommen - aber im Grunde bezeichnet es ein weltweites Computernetzwerk, in dem alle angeschlossenen Rechner die gleiche “Sprache” sprechen, um miteinander kommunizieren zu können.
Diese Sprache nennt man in diesem Fall das Protokoll - also eine Folge von Regeln, nach denen zwischen den Computern kommuniziert wird.
Das Protoll für das Internet heisst TCP/IP (Transfer Control Protocol/ Internet Protocol) und begegnet uns normalerweise höchstens einmal in den Netzwerkeinstellungen des eigenen Computers, die - einmal eigestellt - selten verändert werden.
WWW: allgegenwärtig
Das WWW, das World Wide Web ist einer der jüngsten, aber dennoch einer der erfolgreichen Dienste im Internet.
Anfang der 90er Jahre entwickelte Tm Berners Lee die Technik, Dokumente in einem Netzwerk durch sog. Hyperlinks miteinander zu verknüpfen und so ein Springen von einem Dokument zum anderen möglich zu machen. Dabei ist es egal, wo diese Dokumente - die wir jetzt als Seiten bezeichnen - gespeichert sind.
In den Seiten können Bilder, Videos, Töne oder andere Objekte eingebunden sein.
So wie wir es heute kennen und selbstverständlich finden.
Gopher: Der Vorläufer
Vorher gab es etwas ähnliches - das Gophernet.
Auch dort gab es Dokumente, die auf verschiedenen Server gespeichert waren, aber die Navigation war komplizierter und es gab keine Möglichkeiten zur Gestaltung, wie wir sie heute selbstverständlich finden.
Heute gibt es nur noch wenige Gopher-Server.
eMail: alt und bewährt
eMail war einer der ersten Dienste; die Nachrichtenübermittlung von einem Server zum anderen, von einem Benutzer zum anderen - war eines der ersten Bedürfnisse, beim Aufbau des Internets.
Im Prinzip funktioniert eMail noch genauso, wie damals.
FTP: unauffällig im Hintergrund
Ebenfalls einer der ersten Dienste war FTP - das File Transfer Protocol (Datei-Transport-Protokoll).
Es wurde benutzt, um eine Datei auf einem entfernten Server abzuspeichern oder sie von dort auf den eigenen Computer zu holen.
Heute begegnet FTP uns fast nur noch beim Erstellen einer eigenen Website, wenn die angelegten Dateien auf den Server geladen werden müssen.
Fast alle modernen Browser beherrschen nämlich den umgekehrten Weg - das Herunterladen von Daten und verstecken vor dem Benutzer, dass es sich auch manchmal um FTP handelt, wenn eine Datei heruntergeladen wird.
Usenet: die ersten Communities
Eine früher Weiterentwicklung der Möglichkeiten der eMail ist das Usenet. Statt die eMails an einen Empfänger zuzustellen wurden sie öffentlich gespeichert und man konnte antworten, so dass eine Art Forum enstand: das Usenet.
Mehr Infos zum Usenet gibt es in einem eigenen Artikel.
Chat: schnelle und direkte Kommunikation
Wenn das Warten auf neue eMails zu lange dauert und man sich direkt unterhalten möchte kann man chatten.
Hier gibt es mehrere Dienste - IRC, den Internet Relay Chat, der sowohl eins-zu-eins Unterhaltungen als auch mehrere Benutzer (in sog. “Channels” ermöglicht, ICQ als einen der populärsten Messenger-Dienste sowie weitere Messenger-Protokolle (AIM, Yahoo, msn, …)
Für die meisten Chatprotokolle benötigt man ein eigenes Programm, manche Programme fassen auch mehrere Protokolle unter einer Oberfläche zusammen.
Außerdem gibt es inzwischen viele Chats, die in Websites eingebunden sind und so im Browser beim normalen Surfen stattfinden können.
Internettelefonie: der Neueinsteiger
Recht neu ist die Internettelefonie VOIP (Voice over IP - Stimme über Internetprotokoll), die erst durch die weite Verbreitung genügend schneller Internetzugänge interessant wurde.
Neben der Möglichkeit, direkt mit dem Computer zu telefonieren (hier hat sich das Programm Skype quasi als Standard etabliert) bieten viele Anbieter inzwischen auch die Möglichkeit, mit normalen Telefonen VOIP benutzen zu können.
und andere
Weitere Dienste sind für den Alltag kaum noch interesant: telnet oder SSH ermöglichen Systemadministratoren das Fernsteuern anderer Rechner, VPN verbindet private Netzwerke über das öffentliche Internet, DNS übersetzt Domainnamen in IP-Adressen.
Weitere Dienste finden sich mit kurzen Erklärungen in der Wikipedia.
Der Trend: Integration
Allen Neu- und Weiterentwicklungen ist gemeinsam, das die einzelnen Dienste so weit wie möglich vor dem Benutzer versteckt werden sollen. Ein Klick auf einen Link kann so z.B. einen FTP-Download, eine weitere www-Seite oder auch ein eMail-Fenster bewirken.
Dass es sich bei vielen neuen, attraktiven Telefontarifen eigentlich um VOIP handelt wird erst bei einem intensiven Blick ins Kleingedruckte klar.
So lange alles funktioniert ist nichts gegen diesen Trend zu sagen - wenn allerdings hinter der schönen Oberfläche Fehlermeldungen auftauchen, ist es oft hilfreich, zumindest zu wissen, wo man sich gerade bewegt und was man gerade benutzt.
Tim Berners Lee:
mehr über Tim Berners Lee in der Wikipedia
Gopher:
Eine der wenigen übriggebliebenen Gopher-Seiten (leider nicht dem Internet Explorer zu sehen)
Usenet:
Was ist eigentlich das Usenet? hier bei netzCoaching
weitere Dienste:
Überblick in der Wikipedia
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[…] IRC Die ursprünglichste Form ist der IRC - der Internet Relay Chat. Dabei handelt es sich um einen der früheren Dienste des Internet (mehr zu den verschiedenen Diensten findet sich in einem eigenen Artikel). Es gibt sog. Channels, die thematisch angelegt sind und in denen man sich zu den verschiedenen Themen unterhält. Neue Channels können von jedermann eröffnet werden. Zum Chatten braucht man ein Programm - einen IRC-Client (eine Auswahl von Programmen für alle gängigen Betriebssysteme findet sich in der Wikipedia) - in einigen Browsern ist aber auch bereits ein IRC-Client integriert. Der Chat ist textbasiert. […]